Machen Normen Sprache komplexer?

Untersuchungen zum Verhältnis von Normativität und morphosyntaktischer Komplexität im Deutschen
2018. 17x24cm, 201 Seiten,
978-3-944312-60-6
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Reihe: Greifswalder Beiträge zur Linguistik, Band 11

Alle natürlichen Sprachen sind gleich komplex – von diesem Axiom ging die linguistische Forschung lange aus, ohne es zu hinterfragen. Jüngere Untersuchungen widmen sich der empirischen Überprüfung des Axioms und zeigen das Gegenteil: Sprachliche Komplexität ist eine variable Größe. Im Fokus der bisherigen Analysen standen vor allem das Englische und nicht-indogermanische Sprachen, das Deutsche wurde bislang kaum berücksichtigt. Dieser Lücke widmet sich die Autorin, die die variable morphosyntaktische Komplexität deutscher Varietäten untersucht. Den Schwerpunkt bilden dabei die geschriebene Standardsprache und die gesprochene Alltagssprache – Varietäten, die einem unterschiedlichen Ausmaß an Normativität ausgesetzt sind. Die Arbeit zeigt, dass Normativität nicht nur ein soziokulturell hervorgerufenes Bedürfnis ist, sondern auch ein komplexitätsrelevanter Faktor, der Konsequenzen für die strukturell-grammatische Beschaffenheit von Sprache hat.