Greifswalder Beiträge

Max Horneck

Kognitive Dynamik

Dynamische kognitive Systeme am Beispiel der Textdeixis

978-3-934106-12-3
39,80 €
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Reihe: Freiburger Beiträge zur Linguistik, Bd. 2.

Im Zentrum der Arbeit stehen die dynamischen Eigenschaften des sprachverarbeitenden Organs des Menschen, des Gehirns. Die Produktion und das Verständnis deiktischer Ausdrucksformen innerhalb von Texten - Anaphern, Ellipsen und Verweise - werden vor dem Hintergrund dieser Dynamik analysiert.

Konventionelle Computerprogramme haben Schwierigkeiten, solche Textverweise aufzulösen, da sie z. B. durch Pronomina aufgenommene Begriffe nicht eindeutig zuweisen können. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt deshalb darin, darüber nachzudenken, wie menschliche Kognition funktioniert. Dabei versucht der Autor, menschliche Sprachverarbeitung zu verstehen, ohne einer »Maschinenmetapher« zu folgen, da Maschinen für die Simulation komplexer Systeme zwar unverzichtbar sind, ein Vergleich des menschlichen Geistes mit einem Computer jedoch nur metaphorisch ist und sich deshalb auch nicht als Grundlage für die Beschreibung kognitiver Phänomene eignet.

Der Autor geht davon aus, daß sich menschliche Kognition nur durch dynamische Systeme beschreiben läßt, deren Veränderlichkeit Voraussetzung für die Beschreibung kognitiver Prozesse ist. Als Antwort auf die Ausgangsfrage, welches kognitive Verhalten der Auflösung von Anaphora beim Verständnis von Texten zugrundeliegt, entwickelt der Autor zunächst eine Vorstellung der menschlichen Kognition als das »Verhalten« des Gehirns, bevor er ein eigenes dynamisches kognitives Modell der Entwicklung von Sprachfertigkeit entwirft.

Abschließend wird das neue Modell dynamischer kognitiver Systeme an verschiedenen aktuellen Themen der Linguistik und der Kognitionswissenschaft sowie an der Theorie der Selbstorganisation von Maturana und Varela diskutiert.